Brecht-Weigel-Haus Buckow, Foto: Reimann
Offene Gärten, Bornim
Bürgermuseum Wolfenbüttel, Foto: Reimann
Schloss Wolfenbüttel, Foto: Reimann
 
Teilen auf Facebook   Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Erlesenes neu gelesen

Bücherregal

 

Sie möchten sich über Klassiker der Literatur mit anderen Menschen austauschen? Dann ist der Kurs „Erlesenes neu gelesen" genau das Richtige für Sie. Lesen braucht Zeit. Das Nachdenken über das Gelesene ebenso. Um sich über das Gelesene auszutauschen braucht es Gleichgesinnte. In der Reihe „Erlesenes – neu gelesen“ ist es möglich, sich mit Literaturfreunden zu treffen und über Meisterwerke der Literatur zu diskutieren.

Ob Erzählung oder Roman – seit September 2017 geht es einmal im Monat um Texte, die bereits zum Klassiker geworden sind, die es werden könnten oder die einfach nur lesenswert sind.

In dieser Veranstaltungsreihe liest und diskutiert der Philosoph, Publizist und Autor Dr. Mathias Iven mit Ihnen über Romane, Sachbücher, Biographien … Dabei beschränkt er sich nicht allein auf Inhalte, auch über die Autoren und die Entstehungshintergründe der Texte können die Kursteilnehmer vieles erfahren.

 

Dozent: Dr. Mathias Iven

Zeit: letzter Fr, monatlich, 10.00 – 11.30 Uhr | 10 Termine à 90 min: 80,00 € | Einzeltermin: 9,00 €

Anmeldung: 0331 / 29 17 41 oder

 

 

Termine:

 

 

Freitag, 24. September 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Thomas Mann: Buddenbrooks. Verfall einer Familie


Wer hätte das gedacht? Ein 26-jähriger Mann ohne Abitur aber mit großen Ambitionen schreibt einen kilodicken Wälzer mit düsterem Grundton. „Ich bin nicht gerade entzückt“, lautet der erste Kommentar seines Verlegers, der das Buch dann doch, mehr aus Wohlwollen als Überzeugung, veröffentlicht. Am Ende steht eine beispiellose Erfolgsgeschichte.
Thomas Manns Buddenbrooks gilt vielen als der deutsche Gesellschaftsroman schlechthin. Ein Klassiker, der seinem Autor 1929 den Nobelpreis für Literatur bescherte. Weltruhm, internationaler Bestseller, Pflichtlektüre.

 

 


Freitag, 29. Oktober 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Fjodor Dostojewski: Der Spieler
Die Liebe, das Geld und die Macht – das sind die zentralen Motive, die Dostojewskis Roman Der Spieler bestimmen. Der Roman trägt autobiographische Züge: Auch Dostojewski (1821–1881) erlag in Deutschland der Spielsucht und litt an seiner leidenschaftlichen Liebe zu einer jungen Studentin, die als „Polina“ im Buch wieder auftaucht. Die Hauptfigur ist zwischen Eros und Machtgier zerrissen. Am Ende siegt tragischerweise das Spiel als Provokation des Schicksals.
Vier Jahre Zwangsarbeit wegen revolutionärer Umtriebe prägten Dostojewskis Leben ebenso wie seine Spielleidenschaft und die daraus resultierenden Geldsorgen. Neben neun Romanen verfasste Dostojewski zahlreiche Erzählungen, Novellen und Essays.

 

 

 

Freitag, 26. November 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos
Was für ein Leben! Geboren 1923 in der Bretagne, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung – und noch heute an Schulen ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des Ungehorsams.
Die in Paris lebende, für ihr Buch mit dem Deutschen Buchpreis 2020 ausgezeichnete Schriftstellerin und Übersetzerin Anne Weber erzählt das unwahrscheinliche Leben der Anne Beaumanoir (geb. 1923) und wirft dabei viele Fragen auf: Was treibt jemanden in den Widerstand? Was opfert er dafür? Wie weit darf er gehen? Was kann er erreichen?

 

 


Freitag, 17. Dezember 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Gerhart Hauptmann: Der Ketzer von Soana
Bereits 1911 begann Gerhart Hauptmann unter dem Titel „Die syrische Göttin“ mit den Vorarbeiten für seine Novelle „Der Ketzer von Soana“, die im Januar 1918 in der Neuen Rundschau im S. Fischer Verlag erschien. Thomas Mann war nach einer ersten Lektüre zunächst befremdet, wie der Christ Hauptmann „so humoristisch“ mit Christus umgehen konnte, verglich den Text jedoch später anerkennend mit seinem „Tod in Venedig“.
Worum geht es? Der asketische, „aus gutem Haus“ stammende Priester Francesco Vela missachtet das Zölibat und genießt mit der minderjährigen Ziegenhirtin Agata eine hochsommerliche Liebesnacht …

 

 


2022

 

 

 

Freitag, 28. Januar 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Kazuo Ishiguro: Damals in Nagasaki


Nagasaki, Anfang der Fünfzigerjahre: Die Zerstörungen des Krieges sind der Stadt immer noch anzusehen, doch zwischen den Ruinen entstehen bereits neue, moderne Hochhäuser. In einem von diesen lebt Jiro, zusammen mit seiner Frau Etsuko. Unterhaltung hat sie wenig, oft steht sie am Fenster und beobachtet, wie sich die Welt um sie herum verändert. Eines Tages zieht eine Frau in die Holzhütte unten am Fluss ein …
Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren und 2017 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. Sein Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt.

 

 

Freitag, 25. Februar 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Siegfried Lenz: Der Überläufer
Es ist der letzte Kriegssommer, die Nachrichten von der Ostfront sind schlecht. Der Soldat Walter Proska wird einer Einheit zugeteilt, die eine Zuglinie sichern soll und sich in einer Waldfestung verschanzt hat. Bei sengender Hitze und zermürbt durch stetige Angriffe von Mückenschwärmen und Partisanen, aufgegeben von den eigenen Truppen, werden die Befehle des kommandierenden Unteroffiziers zunehmend menschenverachtend und sinnlos ... Obgleich bereits 1951 vollendet und vom Autor mehrfach überarbeitet, erschien der Roman erst 65 Jahre später.

 


Freitag, 18. März 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Robert Schneider: Schlafes Bruder
Im Jahre 1803 kommt in einem österreichischen Bergdorf der geniale Musiker Johannes Elias Alder zur Welt. Die Leute verkennen sein Genie, die Neider halten ihn klein, seine große Liebe Elsbeth verschmäht ihn. Nach seinem ersten öffentlichen Auftritt begeht er Selbstmord: Inspiriert von dem Bach-Choral „Komm, oh Tod, du Schlafes Bruder“ will er nie wieder schlafen, denn wer schläft, liebt nicht.
Robert Schneider, der als Bergbauernkind in Vorarlberg aufwuchs, brach sein Studium ab, um Schlafes Bruder zu schreiben. 23 Verlage lehnten das Manuskript ab, Reclam verkaufte schließlich über 1,5 Millionen Exemplare.

 

 

Freitag, 29. April 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Arundhati Roy: Der Gott der kleinen Dinge
In ihrem 1997 mit dem Booker Prize ausgezeichneten Roman Der Gott der kleinen Dinge erzählt Arundhati Roy die schillernde Geschichte einer Familie, die an einer verbotenen Liebe zerbricht. – Die kleinen Dinge, das sind der Streifen auf einem Wespenflügel, roter Nagellack auf den Fingern eines Schreiners, die geballte Faust auf einer Motorhaube. Die großen Dinge dagegen lauern unausgesprochen im Innern. Das wissen die Zwillinge Rahel und Estha, und sie wissen auch, dass sich alles an einem einzigen Tag verändern kann. Eine magische Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche Indiens.
Arundhati Roy (geb. 1959) wuchs in Kerala auf und lebt in Neu-Delhi. Mit Der Gott der kleinen Dinge schaffte sie den internationalen Durchbruch.

 


Freitag, 20. Mai 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Heinrich Bölls Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“ sorgte bei ihrem Erscheinen im Jahre 1974 für eine heftige Auseinandersetzung um die Methoden des Boulevardjournalismus.
Die Folge der Hetze und der Verletzung der Intimität durch die Presse steht am Beginn: Katharina Blum hat den Journalisten erschossen, und ein ebenfalls beteiligter Pressefotograf ist von einer unerkannten Frau erschossen worden. Damit ist der schockierende Akzent gesetzt, der nach Interpretation und Aufklärung verlangt.

 

 

Freitag, 24. Juni 2021 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Hannah Arendt: Wahrheit und Politik
Im Jahre 1964 reflektierte Hannah Arendt (1906–1975) aufgrund der Kontroverse um ihre Publikation Eichmann in Jerusalem über das Verhältnis von Wahrheit und Politik. Dabei ging es ihr um Antworten zu zwei unterschiedlichen Problemen: „Das erste betrifft die Frage, ob es stets richtig ist, die Wahrheit zu sagen. Das zweite ergab sich aus der erstaunlichen Zahl an Lügen, von denen in der ‚Kontroverse‘ [um mein Buch] Gebrauch gemacht wurde – Lügen einerseits über das, was ich geschrieben, und andererseits über die Tatsachen, die ich berichtet hatte.“