Offene Gärten, Bornim
Brecht-Weigel-Haus Buckow, Foto: Reimann
Bürgermuseum Wolfenbüttel, Foto: Reimann
Schloss Wolfenbüttel, Foto: Reimann
 
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Erlesenes neu gelesen

Bücherregal

 

Sie möchten sich über Klassiker der Literatur mit anderen Menschen austauschen? Dann ist der Kurs „Erlesenes neu gelesen" genau das Richtige für Sie. Lesen braucht Zeit. Das Nachdenken über das Gelesene ebenso. Um sich über das Gelesene auszutauschen braucht es Gleichgesinnte. In der Reihe „Erlesenes – neu gelesen“ ist es möglich, sich mit Literaturfreunden zu treffen und über Meisterwerke der Literatur zu diskutieren.

Ob Erzählung oder Roman – seit September 2017 geht es einmal im Monat um Texte, die bereits zum Klassiker geworden sind, die es werden könnten oder die einfach nur lesenswert sind.

In dieser Veranstaltungsreihe liest und diskutiert der Philosoph, Publizist und Autor Dr. Mathias Iven mit Ihnen über Romane, Sachbücher, Biographien … Dabei beschränkt er sich nicht allein auf Inhalte, auch über die Autoren und die Entstehungshintergründe der Texte können die Kursteilnehmer vieles erfahren.

 

Dozent: Dr. Mathias Iven

Zeit: letzter Fr, monatlich, 10.00 – 11.30 Uhr | 10 Termine à 90 min: 80,00 € | Einzeltermin: 9,00 €

Anmeldung: 0331 / 29 17 41 oder

 

 

Termine:

 

 

 

Freitag, 28. Januar 2022 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Kazuo Ishiguro: Damals in Nagasaki


Nagasaki, Anfang der Fünfzigerjahre: Die Zerstörungen des Krieges sind der Stadt immer noch anzusehen, doch zwischen den Ruinen entstehen bereits neue, moderne Hochhäuser. In einem von diesen lebt Jiro, zusammen mit seiner Frau Etsuko. Unterhaltung hat sie wenig, oft steht sie am Fenster und beobachtet, wie sich die Welt um sie herum verändert. Eines Tages zieht eine Frau in die Holzhütte unten am Fluss ein …
Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren und 2017 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. Sein Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt.

 

 

Freitag, 25. Februar 2022 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Siegfried Lenz: Der Überläufer
Es ist der letzte Kriegssommer, die Nachrichten von der Ostfront sind schlecht. Der Soldat Walter Proska wird einer Einheit zugeteilt, die eine Zuglinie sichern soll und sich in einer Waldfestung verschanzt hat. Bei sengender Hitze und zermürbt durch stetige Angriffe von Mückenschwärmen und Partisanen, aufgegeben von den eigenen Truppen, werden die Befehle des kommandierenden Unteroffiziers zunehmend menschenverachtend und sinnlos ... Obgleich bereits 1951 vollendet und vom Autor mehrfach überarbeitet, erschien der Roman erst 65 Jahre später.

 


Freitag, 18. März 2022 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Robert Schneider: Schlafes Bruder
Im Jahre 1803 kommt in einem österreichischen Bergdorf der geniale Musiker Johannes Elias Alder zur Welt. Die Leute verkennen sein Genie, die Neider halten ihn klein, seine große Liebe Elsbeth verschmäht ihn. Nach seinem ersten öffentlichen Auftritt begeht er Selbstmord: Inspiriert von dem Bach-Choral „Komm, oh Tod, du Schlafes Bruder“ will er nie wieder schlafen, denn wer schläft, liebt nicht.
Robert Schneider, der als Bergbauernkind in Vorarlberg aufwuchs, brach sein Studium ab, um Schlafes Bruder zu schreiben. 23 Verlage lehnten das Manuskript ab, Reclam verkaufte schließlich über 1,5 Millionen Exemplare.

 

 

Freitag, 29. April 2022 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Arundhati Roy: Der Gott der kleinen Dinge
In ihrem 1997 mit dem Booker Prize ausgezeichneten Roman Der Gott der kleinen Dinge erzählt Arundhati Roy die schillernde Geschichte einer Familie, die an einer verbotenen Liebe zerbricht. – Die kleinen Dinge, das sind der Streifen auf einem Wespenflügel, roter Nagellack auf den Fingern eines Schreiners, die geballte Faust auf einer Motorhaube. Die großen Dinge dagegen lauern unausgesprochen im Innern. Das wissen die Zwillinge Rahel und Estha, und sie wissen auch, dass sich alles an einem einzigen Tag verändern kann. Eine magische Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche Indiens.
Arundhati Roy (geb. 1959) wuchs in Kerala auf und lebt in Neu-Delhi. Mit Der Gott der kleinen Dinge schaffte sie den internationalen Durchbruch.

 


Freitag, 20. Mai 2022 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Heinrich Bölls Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“ sorgte bei ihrem Erscheinen im Jahre 1974 für eine heftige Auseinandersetzung um die Methoden des Boulevardjournalismus.
Die Folge der Hetze und der Verletzung der Intimität durch die Presse steht am Beginn: Katharina Blum hat den Journalisten erschossen, und ein ebenfalls beteiligter Pressefotograf ist von einer unerkannten Frau erschossen worden. Damit ist der schockierende Akzent gesetzt, der nach Interpretation und Aufklärung verlangt.

 

 

Freitag, 24. Juni 2022 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Hannah Arendt: Wahrheit und Politik
Im Jahre 1964 reflektierte Hannah Arendt (1906–1975) aufgrund der Kontroverse um ihre Publikation Eichmann in Jerusalem über das Verhältnis von Wahrheit und Politik. Dabei ging es ihr um Antworten zu zwei unterschiedlichen Problemen: „Das erste betrifft die Frage, ob es stets richtig ist, die Wahrheit zu sagen. Das zweite ergab sich aus der erstaunlichen Zahl an Lügen, von denen in der ‚Kontroverse‘ [um mein Buch] Gebrauch gemacht wurde – Lügen einerseits über das, was ich geschrieben, und andererseits über die Tatsachen, die ich berichtet hatte.“

 

 

 

Freitag, 30. September 2022 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Lena Gorelik: Wer wir sind
Sankt Petersburg/Ludwigsburg 1992: Ein Mädchen reist mit den Eltern, der Großmutter und ihrem Bruder nach Deutschland aus – in die Freiheit. Im Westen merkt die Elfjährige, dass sie jetzt eine andere und „die Fremde“ ist. Ein Flüchtlingskind, das die Wörter so komisch ausspricht, dass andere lachen. Auch für die Eltern ist es schwer,es wächst ihre russische Nostalgie … Ein autobiographischer Roman, der zeigt, dass die Identität gerade im Zwiespalt zwischen Stolz und Scham, Eigensinn und Anpassung, Fremdsein und allem Dazwischen stark wird.
 


Freitag, 28. Oktober 2022 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Jorge Semprun: Die große Reise
Dieses eindrucksvolle Buch handelt von einer fünftägigen Fahrt in einem Eisenbahnwaggon: 119 Häftlinge werden aus Frankreich in das Konzentrationslager Buchenwald transportiert. Jorge Semprun (1923–2011) schildert seine persönlichen Erlebnisse aus dem Jahr 1944, niedergeschrieben 16 Jahre danach.
 

 

Freitag, 25. November 2022 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Das 1984 veröffentlichte Buch verschaffte Milan Kundera (geb. 1929) den internationalen Durchbruch. Der Prager Chirurg Tomas, der die Frauen begehrt und zugleich fürchtet und seine Scheidung wie eine Hochzeit feierte, will fortan der Liebe aus dem Weg gehen. Erst für die Kellnerin Teresa bricht er mit seinen Grundsätzen. Aber Teresa verlässt ihn in Zürich, wo die beiden sich nach dem russischen Einmarsch in Prag niedergelassen haben und kehrt in ihr Heimatland zurück. Er folgt ihr, verliert seine Stellung, arbeitet als Fensterputzer und später als Lastwagenfahrer in einem Dorf fern von Prag. Das Glück endet in der Katastrophe.
 


Freitag, 16. Dezember 2022 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Henrik Ibsen: Ein Volksfeind
Ein Volksfeind – gemeint ist der Kurarzt Tomas Stockmann, der entdeckt, dass in der Stadt, in der er praktiziert, das Wasser verseucht ist, und der in seinem erbitterten Kampfgegen all jene, die aus dem Kurbetrieb ihren finanziellen Gewinn ziehen, erkennen muss, dass nicht nur der Grund und Boden seiner Gemeinde, sondern auch das Gewissen ihrer Repräsentanten verpestet ist. 1883 uraufgeführt, ist Ibsens gesellschaftskritisches Drama thematisch von größter Aktualität.