Erlesenes neu gelesen

Erlesenes

 

Sie möchten sich über Klassiker der Literatur mit anderen Menschen austauschen? Dann ist der Kurs „Erlesenes neu gelesen" genau das Richtige für Sie.

 

Dozent: Dr. Mathias Iven

Zeit: letzter Fr, monatlich, 10.00 – 11.30 Uhr | Kursbeginn: 21.9.2018 | 10 Termine à 90 min | 80,00 €

Anmeldung: 0331 / 29 17 41

 

Lesen braucht Zeit. Das Nachdenken über das Gelesene ebenso. Um sich über das Gelesene auszutauschen braucht es Gleichgesinnte. In der Reihe „Erlesenes – neu gelesen“ ist es möglich, sich mit Literaturfreunden zu treffen und über Meisterwerke der Literatur zu diskutieren.

 

Namen und Hintergründe
Ob Erzählung oder Roman – seit September 2017 geht es einmal im Monat um Texte, die bereits zum Klassiker geworden sind, die es werden könnten oder die einfach nur lesenswert sind. Dabei wollen die Kursteilnehmer sich nicht allein auf die Inhalte beschränken, sondern auch etwas über die Schriftsteller und die Entstehungshintergründe erfahren.


Dr. Mathias Iven, langjähriger Mitarbeiter der URANIA und bekannt als Vortragender und Exkursionsleiter, möchte mit Ihnen über folgende Bücher ins Gespräch kommen:

 

Die einzelnen Kurstermine sind einzeln buchbar. Sie haben Fragen? Dr. Mathias Iven steht Ihnen gern zur Verfügung: per E-Mail oder per Telefon: 0331-291741.

 

Termine:

 

Freitag, 27. September 2019 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Lion Feuchtwanger, Die Geschwister Oppermann

Sie sind erfolgreich und angesehen: Gustav, der Schriftsteller und Seniorchef, Martin, der Geschäftsmann, und Edgar, der Arzt. Doch dann ist das Unfassbare eingetreten: Die Nazis haben ihr Regime mit Mord und Brand errichtet. Den Oppermanns entgleitet die Heimat. Sie müssen ihre Häuser und ihre Freunde verlassen, denn sie sind jüdischer Abstammung.
Feuchtwangers 1933 veröffentlichter Roman entstand in Sanary-sur-Mer, dem Zentrum der deutschen literarischen Emigration in Frankreich. Klaus Mann bezeichnete das Buch als eine der „meistgelesenen Darstellung(en) der deutschen Kalamität“.

 


Freitag, 25. Oktober 2019 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Tschingis Aitmatow, Der weiße Dampfer

Im Zentrum der Geschichte steht ein siebenjähriger namenloser Junge. Gemeinsam mit seinem Großvater, seiner Stiefgroßmutter, seinem Onkel Oroskul, seiner Tante Bekej sowie dem Waldarbeiter Sejdachmat und dessen Frau lebt er in einer einsamen, abseits gelegenen kleinen Waldsiedlung in Kirgisistan. Als sich seine Eltern trennten, ließen sie ihn im Stich. Seine Mutter lebt in der Stadt und hat eine neue Familie, sein Vater soll Matrose auf einem weißen Dampfer sein – das sagt zumindest der Großvater ...
Neben Djamila zählt Der weiße Dampfer zu den wichtigsten und bekanntesten Werken von Tschingis Aitmatow (1928–2008).

 

 

Freitag, 22. November 2019 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Julian Barnes, Der Lärm der Zeit

Im Mai 1937 wartet ein Mann jede Nacht neben dem Fahrstuhl seiner Leningrader Wohnung darauf, dass Stalins Schergen kommen und ihn abholen. Der Mann ist der Komponist Dimitri Schostakowitsch. Durch Glück entgeht er der von Stalin angeordneten Säuberung, doch was bedeutet es für einen Künstler, keine Entscheidung frei treffen zu können? In welchem Verhältnis stehen Kunst und Unterdrückung, Diktatur und Kreativität zueinander, und ist es verwerflich, wenn man sich der Macht beugt, um künstlerisch arbeiten zu können?
Der englische Autor Julian Barnes (geb. 1946) schildert das von Repressalien geprägte Leben von Schostakowitsch in meisterhafter Knappheit – ein Künstlerroman, der die immer wieder aktuelle Frage nach der Integrität stellt.

 


Freitag, 13. Dezember 2019 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Stefan Zweig, Schachnovelle

Das Erstaunen ist groß, als der unscheinbare Dr. B., österreichischer Emigrant auf einem Passagierdampfer von New York nach Buenos Aires, eher zufällig gegen den amtierenden Schachweltmeister Mirko Czentovic antritt und seinen mechanisch routinierten Gegner mit verspielter Leichtigkeit besiegt. Doch das Schachspiel fördert Erinnerungen an den Terror seiner Inhaftierung im Nationalsozialismus zutage und reißt eine seelische Wunde wieder auf, die Dr. B.s geistige Gesundheit bedroht.
Stefan Zweigs Schachnovelle, geschrieben zwischen 1938 und 1941 im brasilianischen Exil, ist sein letztes und zugleich eines seiner bekanntesten Werke.

 

 

Freitag, 31. Januar 2020 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Carlo Levi, Christus kam nur bis Eboli

Lukanien, ganz unten am Stiefel. Dort liegt Eboli und dahinter beginnt der Mezzogiorno, dessen Bewohner sagen: „Wir sind keine Menschen, keine Christen, wir sind Tiere, denn Christus kam nur bis Eboli, aber nicht weiter, nicht zu uns.“ In diese gottverlassene Gegend bringen im Spätsommer 1935 zwei Carabinieri den Turiner Arzt Carlo Levi (1902–1975). Er ist ein confinato politico, einer, den das Regime wegen seiner antifaschistischen Aktivitäten aus der Großstadt in die Verbannung schickt. Als er den anscheinend sinnlosen Kampf gegen die Malaria aufnimmt, gewinnt er die Zuneigung der Menschen.
Eindringlich erfasst Levi in seinem Buch das archaische Leben im Mezzogiorno, den Alltag der Bauern, ihre Kümmernisse und Krankheiten, aber auch ihre Feste, ihre geheimen Hoffnungen und Wünsche.

 


Freitag, 28. Februar 2020 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Jocelyne Saucier, Ein Leben mehr

Es ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Doch eines Tages ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben ...
Jocelyne Saucier, geboren 1948 in der Provinz New Brunswick, lebt in einem abgeschiedenen Zehn-Seelen-Ort im nördlichen Québec. Ihr 2011 veröffentlichter Roman Ein Leben mehr wird derzeit verfilmt.

 

 

Freitag, 27. März 2020 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Jacques Lusseyran, Das wiedergefundene Licht

Es ist die berühmt gewordene Lebensgeschichte eines als Kind Erblindeten, der seine Behinderung mit Phantasie und Disziplin überwindet, eines Mannes, dessen Leben als Widerstandskämpfer, Literaturprofessor und Schriftsteller von einer sensiblen Zuversicht getragen war, die ihn befähigte, auf unvergleichliche Weise zu „sehen“.
Jacques Lusseyran, 1924 in Paris geboren, studierte nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald Literatur an der Sorbonne und wurde später in den USA Universitätsprofessor für französische Literatur. 1971 kam er bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

 


Freitag, 24. April 2020 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Herbert Rosendorfer, Briefe in die chinesische Vergangenheit

Ein Mandarin aus dem China des 10. Jahrhunderts versetzt sich mit Hilfe eines Zeit-Reise-Kompasses in die heutige Zeit. Er überspringt nicht nur tausend Jahre, sondern landet auch in einem völlig anderen Kulturkreis: in einer modernen Großstadt, deren Name in seinen Ohren wie Min-chen klingt und die in Ba Yan liegt. Verwirrt und wissbegierig stürzt er sich in ein Abenteuer, von dem er nicht weiß, wie es ausgehen wird.
Herbert Rosendorfer (1934–2012) war über Jahrzehnte hinweg als Jurist tätig. Von seinen zahlreichen literarischen Veröffentlichungen sind die Briefe in die chinesische Vergangenheit am bekanntesten geworden.

 

 

Freitag, 29. Mai 2020 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Henrik Ibsen, Ein Volksfeind

Ein Volksfeind – gemeint ist der Kurarzt Tomas Stockmann, der entdeckt, dass in der Stadt, in der er praktiziert, das Wasser verseucht ist, und der in seinem erbitterten Kampfgegen all jene, die aus dem Kurbetrieb ihren finanziellen Gewinn ziehen, erkennen muss, dass nicht nur der Grund und Boden seiner Gemeinde, sondern auch das Gewissen ihrer Repräsentanten verpestet ist. 1883 uraufgeführt, ist Ibsens gesellschaftskritisches Drama thematisch von größter Aktualität.

 


Freitag, 26. Juni 2020 – 10 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Eric-Emmanuel Schmitt, Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Manchmal klaut Moses Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, dass dieser nichts merkt. Doch der hat den Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur „der Araber an der Ecke“ ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt – auch die des Glücks und des Lächelns.
Eric-Emmanuel Schmitt (geb. 1960) wurde mit seinen Erzählungen wie „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ international berühmt und gehört heute zu den erfolgreichsten Gegenwartsautoren in Frankreich. Seine Werke wurden in 40 Sprachen übersetzt und haben sich mehr als zehn Millionen Mal verkauft.

 


 

In dieser Veranstaltungsreihe liest und diskutiert der Philosoph, Publizist und Autor Dr. Mathias Iven mit Ihnen über Romane, Sachbücher, Biographien … Dabei beschränkt er sich nicht allein auf Inhalte, auch über die Autoren und die Entstehungshintergründe der Texte können die Kursteilnehmer vieles erfahren.