Bürgermuseum Wolfenbüttel, Foto: Reimann
Brecht-Weigel-Haus Buckow, Foto: Reimann
Offene Gärten, Bornim
Schloss Wolfenbüttel, Foto: Reimann
 
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5. bis 8. April 2022: Ernst Barlach: Bildhauer und Literat - Lebensstationen eines Künstlers

05.04.2022

Abfahrt:    
7.30 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.45 Uhr ab URANIA Potsdam
8.00 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig

Exkursionsleitung: Dr. Mathias Iven (Philosoph und Publizist)
Teilnehmerpreis: 545,00 €, EZZ: ca. 75,00 €
Leistungen: 3 Ü/HP, DZ, Du/WC, Programm, Eintritte
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
Ankunft: ca. 20.00 Uhr in Potsdam/Wannsee

 

 

Nach Lehr- und Wanderjahren kam Ernst Barlach 1910 nach Güstrow, wo der größte Teil seines Werkes entstand, so die Denkmale für Kiel, Magdeburg, Hamburg und Lübeck sowie eine Fülle von Zeichnungen und Druckgraphiken. Weniger bekannt als der Bildhauer ist der Schriftsteller Barlach. Sein literarisches Schaffen umfasst mehrere Dramen und Romane, Tagebücher, kleinere Prosaschriften, kunsttheoretische Betrachtungen und weit über 2.000 Briefe.

 

1. Tag: Güstrow
In Barlachs Atelierhaus am Güstrower Heidberg, einem 1930/31 errichteten Backsteinbau, werden neben Plastiken auch Skizzenbücher und Teile des literarischen Nachlasses aufbewahrt. In der Gertrudenkapelle, einem von Barlach geschätzten kleinen spätgotischen Backsteinbau inmitten eines durch klassizistische Gruftkapellen geprägten ehemaligen Friedhofs, sind Originale und Modelle Barlach’scher Plastiken zu sehen.


Programmpunkte:
•    Das Atelierhaus am Güstrower Heidberg (Führung)
•    Der Güstrower Dom (Besichtigung)
•    Die Gertrudenkapelle (Führung)
•    Güstrow einst und jetzt (Stadtführung)
Übernachtung im Raum Bad Oldesloe (3x)

 

2. Tag: Lübeck und Ratzeburg
Die um 1300 errichtete Katharinenkirche in der Königstraße ist die einzig erhaltene der ehemals vier Klosterkirchen in Lübeck. Für die Nischen der reich gegliederten Fassade entwarf Barlach 1929 den Figurenzyklus „Gemeinschaft der Heiligen“, für den er drei Figuren schuf. Gerhard Marcks, der schon 1932 einen ersten eigenen Entwurf angefertigt hatte, vollendete den Fries in eigenen Formen mit weiteren sechs Figuren.
Im „Alten Vaterhaus“, einem rekonstruierten Ratzeburger Backsteinfachwerkhaus, hat Barlach seine Jugendjahre verbracht. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Gesamtschaffen. Einer der Schwerpunkte ist Barlachs Russlandreise (1906), die zu einem Wendepunkt seiner künstlerischen Entwicklung wurde. Auf einem Stadtrundgang besuchen wir außerdem Barlachs Grab und den Ratzeburger Dom, eine Gründung von Heinrich dem Löwen.
Programmpunkte:
•    Die Lübecker Katharinenkirche (Führung)
•    Das Ratzeburger „Vaterhaus“ (Führung)
•    Ratzeburger Geschichten (Stadtführung)

 

3. Tag: Hamburg
Ernst Barlach verbrachte seine Lehrjahre in Hamburg-Altona: Von 1888 bis 1891 besuchte er die Kunstgewerbeschule am Steintor. 1897/98 realisierte er zusammen mit Carl Garbers unter dem Titel „Allegorie des Gemeinwesens“ das nördliche Giebelfeld für das neue Altonaer Rathaus und beteiligte sich im darauffolgenden Jahr am Wettbewerb für die Neugestaltung des Hamburger Rathausmarktes.
Die Sammlung der 1863 mit Hilfe privater Spenden erbauten Hamburger Kunsthalle vereint Kunst aus acht Jahrhunderten und ist eine der wichtigsten öffentlichen Sammlungen Deutschlands. Die Kunsthalle gehört zudem zu den wenigen Museen, die einen Rundgang durch die europäische Kunstgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart ermöglichen.


Programmpunkte u.a.:
•    Auf Barlachs Spuren durch Altona (Stadtführung)
•    Die Hamburger Kunsthalle (Führung)

 

4. Tag: Rückfahrt über Schnega
Der Künstler Hugo Körtzinger war eine facettenreiche Persönlichkeit. In seiner Jugend ein begeisterter Segler erlernte er das Orgelspiel, studierte Malerei und Bildhauerei an der Weimarer Kunstschule, hörte Vorlesungen in Medizin und Literatur. Als Kürassier zog er in den Krieg, als Maler heuerte er auf Kreuzfahrtschiffen an. Im März 1933 lernte er Hermann Reemtsma kennen, wurde dessen Kunstberater und stellte den Kontakt zu Ernst Barlach her. Mit Reemtsmas Hilfe konnte Körtzinger 1936/37 in Schnega ein großes Werkstattgebäude errichten. Dort realisierte er seinen Traum: eine eigene Orgel mit 54 Registern und weit über 2.000 Pfeifen. Nach Körtzingers Tod konnte das einzigartige Ensemble von seinen Nachkommen und mit der Förderung der Hermann-Reemtsma-Stiftung denkmalgerecht restauriert werden.

 

Programmpunkt:
•    Das Atelierhaus von Hugo Körtzinger (Besuch)