Offene Gärten, Bornim
Brecht-Weigel-Haus Buckow, Foto: Reimann
Bürgermuseum Wolfenbüttel, Foto: Reimann
Schloss Wolfenbüttel, Foto: Reimann
 
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Jenseits der Oder, Teil III - Entlang der Warthe

29.03.2022

Abfahrt:     
7.00 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.15 Uhr ab URANIA Potsdam
7.30 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig

Exkursionsleitung: Dr. Dieter Rauchfuß (Historiker)
Teilnehmerpreis: 79,00 €
Leistungen: Programm, Eintritte, Mittagessen, 2. Busfahrer
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
Ankunft: ca. 19.30 Uhr in Potsdam/Wannsee

 

 

Die dritte Tour jenseits der Oder führt entlang der Warthe bis an die ehemalige Grenzfeste Zantoch/Santok. Hier stießen die Gebiete der Pommernherzöge, der Posener großpolnischen Herzöge und der schlesischen Piasten aneinander. Mit seiner Heirat im Jahr 1260 errang der brandenburgische Markgraf Johann I. (1213–1266) das Land nördlich der Warthe, fortan „Neumark“ oder Gebiete jenseits der Oder genannt.

 

Programmpunkte:
•    Tamsel/Dąbroszyn: Das Schloss in Tamsel befindet sich im Dornröschenschlaf und steht seit Jahren zum Verkauf. Die Parkanlagen und das Kircheninnere mit den Grabmälern derer von Schöning lassen die frühere Bedeutung der nachfolgenden Besitzer von Wreech und von Schwerin erahnen. Hier hatte Kronprinz Friedrich II. eine verwandte, vielleicht auch geliebte Seele gefunden, bevor ihn der Soldatenkönig mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern verheiratete. So entkam er zumindest zeitweilig seinen Küstriner Verpflichtungen. Die Schlossherren indes fühlten sich eher dem Prinzen Heinrich verbunden, dessen Kammerherrn sie in Rheinsberg waren.
•    Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski: Nach dem Mittagessen in Vietz/Witnica führt die Straße am Rande des Warthebruchs bis nach Landsberg. Vor uns liegt das Kolonistenland mit der alten Kirche Landsberger Holländer aus der Zeit der Urbarmachung des Gebiets. Nach seiner Gründung 1257 entwickelte sich Landsberg schnell zum zentralen Handelsplatz der Neumark mit Holzflößen aus dem Osten und Getreidelieferungen aus dem Umland. Auch das Kloster Paradies unterhielt einen Stadthof für seine Getreideausfuhren. Neben dem Handel florierten Tuchherstellung und Textilindustrie. Die Stadt, 1945 noch ein blühender Ort mit großen Industriebetrieben und ca. 40.000 Einwohnern, wurde nach der Übergabe an die Rote Armee im Zentrum mit Brand und Verwüstung überzogen. Heute ist Landsberg wieder ein bedeutender Industriestandort mit ca. 120.000 Einwohnern. Hier ist Zeit für einen Spaziergang entweder zum Dom, der nach Grünberg/Zielona Góra zweiter Bischofssitz ist oder zum alten, heute museal genutzten Getreidelagerhaus sowie zur Warthepromenade.
•    Zantoch/Santok: Am Zusammenfluss von Warthe und Netze stand einst eine kleine Burg der Pomoranen. Seit 1260 wurde der dortige Wartheübergang mit einer brandenburgischen Burg gesichert. Bald aber wurde Zantoch von Landsberg überflügelt, der brandenburgische Markgraf Hans von Küstrin verbot sogar, den Übergang von Zantoch zu nutzen. Die Ostbahn, von Küstrin kommend, durchschnitt den kleinen Ort und machte den Bau einer neuen Kirche erforderlich. Der Blick vom Burgberg über die Einmündung der Netze belohnt den (etwas) beschwerlichen Aufstieg zum Aussichtsturm.