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10. bis 13. September 2019: „Wo die Ostseewellen... “

10.09.2019

Kunst, Kultur und Literatur an der Ostseeküste


Abfahrt:
7.30 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.45 Uhr ab URANIA Potsdam
8.00 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig
Exkursionsleitung: Dr. Mathias Iven (Philosoph und Publizist)
Teilnehmerpreis: 535,00 €, EZZ: ca. 75,00 €
Frühbucherpreis (bis 21.5.2019): 495,00 €
Leistungen: 3 Ü/HP, DZ, Du/WC, Programm, Eintritte
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
Ankunft: ca. 21.00 Uhr in Potsdam/Wannsee

 

1. Tag: Anreise über Güstrow
Er galt den Menschen als Sonderling, etwas anstrengend, schwierig und den meisten undurchschaubar – ein Künstler aus der Hauptstadt eben. Im Jahr 1910 war Ernst Barlach (1870 – 1938) von Berlin nach Güstrow gezogen, um neue Kraft zu schöpfen und nach Lehr- und Wanderjahren einen Platz zum Arbeiten zu finden. Der größte Teil seines Werkes entstand dann in dieser Stadt. Weniger bekannt als der Bildhauer ist der Schriftsteller Barlach. Sein literarisches Schaffen umfasst acht Dramen, zwei Romane, das Tagebuch seiner Russlandreise (1906) und das Güstrower Tagebuch aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Hinzu kommen kleinere Prosaschriften, kunsttheoretische Betrachtungen und weit über 2.000 Briefe.

Programmpunkte:
• das Atelierhaus am Heidberg mit dem Ausstellungsforum (Führung)
• der Dom mit dem Güstrower Ehrenmal (Besuch)
• die 1953 als Gedenkstätte eröffnete Gertrudenkapelle (Besichtigung)
Übernachtung im Raum Rostock (3x)


2. Tag: Von Wismar über Heiligendamm nach Bad Doberan
Wismar zählt zu den am besten erhaltenen Hansestädten im norddeutschen Raum. Die Gründung der Stadt geht vermutlich auf den Fürsten Heinrich Borwin I. zurück. Nach der Ansiedlung der Dominikaner und Franziskaner war 1276 die erste Siedlungsphase beendet und eine alle Viertel umschließende Stadtmauer wurde errichtet.
Von den drei Hauptkirchen (Nikolai-, Georgen- und Marienkirche) war am Ende des Zweiten Weltkriegs nur noch die Nikolaikirche weitgehend erhalten. Die Kirche St. Georgen gilt als Musterbeispiel der Rettung eines hochrangigen Bauwerkes seitens der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
„Heic te laetitia invitat post balnea sanum“ – dieser Spruch, der so viel bedeutet wie „Hier empfängt dich Freude nach einem gesunden Bade“, prangt in goldenen Lettern am klassizistischen Kurhaus von Heiligendamm. Großherzog Friedrich Franz I. gründete hier Deutschlands erstes Seebad. Mit dem exklusiven Badebetrieb stieg der einstige Flecken Doberan zu einem angesehenen Ort auf, wurde Stadt und Ruhesitz für viele wohlhabende Pensionäre und Rentiers.
Die Entwicklung von Bad Doberan wurde zunächst von den Zisterziensermönchen bestimmt, später kamen und regierten dort Herzöge und Großherzöge. Optisch unterteilt sich Bad Doberan deshalb in das rote und das weiße Doberan: die Klosterstätte und die Sommerresidenz. Am nördlichen Ortsausgang befindet sich zudem ein interessantes Literaturmuseum. In der Dammchaussee 23 verbrachte der als Autor der „Heiden von Kummerow“ berühmt gewordene Schriftsteller Ehm Welk von 1950 bis 1966 seine letzten Schaffens- und Lebensjahre.
Programmpunkte:
• „Störtebeker, Nosferatu und Karstadt“ – die Altstadt von Wismar (Führung)
• Heiligendamm: Badekultur seit 1793 (geführter Rundgang)
• Doberan – mehr als Münster und großherzogliche Sommerresidenz (Führung und Museumsbesuch)


3. Tag: Rostock, Darß und Fischland
Die 800 Jahre alte Hanse- und Universitätsstadt Rostock gilt von  jeher als Zentrum des Handels und der Seefahrt. Dass sie immer schon ein geistiges Zentrum war, ein Ort der Wissenschaft, aber auch der Literatur, ist weniger bekannt. Immer wieder zog es Dichter und Literaten in die Stadt an der Warnow, und selbst die Gründerväter der Universität hinterließen literarische Werke. Mit Brinckmansdorf und Reutershagen sind sogar zwei Stadtviertel nach berühmten norddeutschen Schriftstellern benannt.
Die  auf  dem  Darß  gelegene  Künstlerkolonie  Ahrenshoop  blickt  auf eine  über  hundertjährige  Geschichte  zurück.  Bereits  Anfang  der  1880-er-Jahre entdeckten die mecklenburgischen Maler Carl Malchin und Anna Gerresheim das pommersche Fischerdorf. Ahrenshoop zeichnet sich durch mannigfaltige Verknüpfungen mit den Kunstentwicklungen der Moderne aus, die weit über die eigentlichen „Koloniejahre“ vor dem Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart reichen. In den Jahren des Dritten Reiches und zu DDR-Zeiten war die entlegene Region ein Refugium, in das sich Intellektuelle und Künstler zurückzogen.
Programmpunkte  u. a.:
• Rostocks 800-jährige Geschichte (Stadtrundgang)
• das Kunstmuseum Ahrenshoop und das Wirken von Paul  Müller-Kaempff, dem Gründer der Künstlerkolonie (Führung durch die Dauer- und Sonderausstellung)
• Ahrenshoop, Wohn- und Wirkungsort zahlreicher Künstler  (geführter Spaziergang)

 

4. Tag: Von Stralsund nach Heringsdorf
Bereits aus der Ferne wirkt Stralsund wie eine Stadt, die um ihre Schönheit und Stärke weiß: Gotische Backsteinkirchen wachsen wie Leuchttürme dem Ostseehimmel entgegen und trotzen den Launen des Meeres ebenso wie den politischen Gezeiten. Pommern, Schweden, Preußen und andere hinterließen ihre Spuren, doch das hanseatische Fundament der Stadt erschütterten sie nicht. Die Bewohner Stralsunds bewahrten über Generationen einen einzigartigen kulturellen Schatz, für den die Hansestadt im Jahr 2002 mit der Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste ausgezeichnet wurde.
Heringsdorf, das „Nizza der Ostsee“, ist geprägt von seiner einzig artigen Bäderarchitektur. Ein markantes Beispiel ist die Villa Delbrückstraße Nr. 6. In dem 1873 entstandenen Haus logierte u. a. auch Kaiser Wilhelm II. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Villa Irmgard. Die als neoklassizistisches Gästehaus erbaute Villa weist markante Jugendstilelemente auf, die in Heringsdorf einzigartig sind. Zu den bekannten Bauten gehört auch die Villa Oppenheim, in der der Maler Lyonel Feininger von 1909 bis 1912 wohnte. Direkt daneben befindet sich die Villa Delbrück, erbaut von Geheimrat Hugo, dem Gründer der „Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf“.
Programmpunkte  u. a.:
• Stralsund, eine Stadt aus Backstein (Stadtführung)
• Bäderarchitektur in höchster Vollendung: Heringsdorf (geführter Rundgang mit Besuch der Villa Irmgard)

 
 

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