Teilen auf Facebook   Link verschicken   Drucken
 

6. bis 9. August 2019: Deutsche Geschichte im Denkmal

06.08.2019

Rundreise zu den mitteldeutschen Monumentaldenkmälern

 

Abfahrt:
7.00 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.15 Uhr ab URANIA Potsdam
7.30 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig
Exkursionsleitung: Dr. Marc Banditt (Historiker)
Teilnehmerpreis: 575,00 €, EZZ: ca. 75,00 €
Frühbucherpreis (bis 16.4.2019): 535,00 €
Leistungen: 3 Ü/HP, DZ, Du/WC, Programm, Eintritte
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
Ankunft: ca. 20.00 Uhr in Potsdam/Wannsee


In ihnen spiegelt sich die Vergangenheit mit ihren bedeutenden Ereignissen und herausragenden Persönlichkeiten: Schon seit der Antike wurden  Denkmäler  bewusst  zur  öffentlichen  Bewahrung  und Erinnerung konzipiert, heute gelten sie mitunter als Ausweis kultureller Entwicklung bzw. künstlerischer Schaffenskraft. Von der zweiten Hälfte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts erreichte die Denkmalskunst in Deutschland ihren Höhepunkt. Besonders stechen die monumentalen Bauten im Geiste der Nationalromantik hervor. Weithin sichtbar sind sie noch immer steinerne Dokumente deutscher Geschichte.


1. Tag: Von der Völkerschlacht zum schlafenden Kaiser
Es ist mit 91 m Höhe und 300.000 t Gewicht das größte deutsche Denkmal. Das nach 15 Jahren Bauzeit 1913 eingeweihte Völkerschlachtdenkmal in Leipzig erinnert an eine der letzten und wegweisenden Schlachten der Befreiungskriege im napoleonischen Zeitalter. Über 120.000 Menschen fielen den Kämpfen im Oktober 1813 zum Opfer, für die der vorgelagerte „See der Tränen“ künstlich errichtet worden ist. Vorbei an dem am Eingang des Denkmals wachenden Erzengel Michael sind im Inneren die berühmte Krypta sowie die Ruhmeshalle begehbar, wo unter anderem die vier 9,5 m hohen Statuen der Totenwächter nach altägyptischem Vorbild errichtet worden sind.
Bis zur Aussichtsplattform, die einen einzigartigen Rundblick über die Stadt Leipzig erlaubt, sind es exakt 500 Stufen – ein großer Teil kann jedoch auch mit dem Aufzug zurückgelegt werden (Führung und individuelle Besichtigung).
Der Entwurf des Völkerschlachtdenkmals geht auf den Berliner Architekten Bruno Schmitz (1858–1916) zurück. Zuvor entwarf Schmitz bereits das imposante Kyffhäuser-Denkmal, wo der berühmtesten deutschen Nationalsage nach der „einstmals wiederkehrende Kaiser“ Barbarossa ruht. Unmittelbar neben der Ruine der staufischen Reichsburg Kyffhausen gelegen ist das größte Monument Thüringens tatsächlich dem 1888 verstorbenen Kaiser Wilhelm I. gewidmet, für den als personifiziertes Symbol der Reichseinheit im späten 19. Jahrhundert eine Vielzahl an Denkmälern errichtet worden ist (Führung und individuelle Besichtigung).
Übernachtung im Raum Berga (1x)


2. Tag: Herkules und Hermann
Mit einer Fläche von 2,4 km2 ist der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel der größte seiner Art in Europa. Weltweite Bekanntheit gebührt dem seit 2013 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannten Landschaftspark aufgrund seines Ensembles mit der Löwenburg, dem Schloss Wilhelmshöhe und den einzigartigen Wasserspielen, die ihren Ausgangspunkt auf dem sogenannten Herkules haben. Diese Bezeichnung steht nicht für die sich auf der Pyramide erhebenden Statue – das Wahrzeichen Kassels –, sondern für die gesamte oktogonale, schlossartige Anlage mit den vorgelagerten Kaskaden. Errichtet wurde der Bau in den Jahren 1701 bis 1717 nach den Entwürfen des Italieners Giovanni Francesco Guerniero (1665–1745) (Führung und individuelle Besichtigung).
Bis zur Fertigstellung der amerikanischen Freiheitsstatue war das Hermannsdenkmal bei Detmold mit 53,56 m die höchste Statue der westlichen Welt. Es erinnert an die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr., in der Publius Quinctilius Varus und seine drei römischen Legionen eine vernichtende Niederlage gegen die germanischen Stämme erlitten. Ihr Anführer Arminius wurde im Kontext der Befreiungskriege zum deutschen Nationalhelden mystifiziert, was sich in der zwischen 1838 und 1875 gebauten und nach Westen blickenden Kolossalstatue nachhaltig manifestierte. Vor und während der Bauphase sammelten und spendeten in Deutschland viele Vereine und Persönlichkeiten Gelder für dieses Projekt, unter anderem Heinrich Heine (Führung und individuelle Besichtigung).
Übernachtung im Raum Detmold (1x)


3. Tag: Hohenzollern an der Porta Westfalica
Im  ausgehenden  19.  Jahrhundert  wurden  zum  Gedenken  an  die  Reichsgründung 1871 über 300 Denkmäler für den „Einheitskaiser“ Wilhelm I. errichtet, von denen heute weniger als 50 noch existieren. Mit 88 m das größte dieser Art befindet sich weithin sichtbar oberhalb des Weserdurchbruchs – dem „Tor nach Westfalen“. Das zwischen 1892 und 1896 gebaute und fast 1 Mio. Goldmark teure Monument erhebt  sich  über  einer  Ringterrasse,  die  teilweise  aus  dem  Felsen  herausgearbeitet, teilweise künstlich angelegt wurde. Aufgrund von Sprengungen des Denkmalstollens 1947 sind Stücke der Ringterrasse
abgestürzt. In den vergangenen Jahren wurde die Anlage umfassend restauriert (Führung und individuelle Besichtigung).
Ganz in der Nähe, jedoch deutlich kleiner empfängt mit dem Großen Kurfürsten ein ebenso in Stein gehauener Vorfahre Wilhelms die Besucher der Stadt Minden, die im Zuge des Westfälischen Friedens (1648) an Brandenburg-Preußen angegliedert worden ist. Aber das Wahrzeichen der von der Weserrenaissance geprägten Stadt ist natürlich der mittelalterliche Dom (Stadt- und Domführung).
Übernachtung in Minden (1x)


4. Tag: Auf den Spuren des Löwen
Im Jahre 1168 wurden im Mindener Dom Mathilde von England und Heinrich der Löwe getraut. Der Welfe zählte zu den schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit, war sowohl Herzog von Sachsen als auch von Bayern und errang im Reich eine kaisergleiche Stellung. In Braunschweig ließ er sich als einer der ersten mittelalterlichen Fürsten überhaupt eine Residenz errichten. Die für damalige Verhältnisse opulente Burg Dankwarderode sollte letztlich Heinrichs Machtanspruch zementieren. Den Mittelpunkt der Anlage bildete das bronzene Standbild eines Löwen, die erste freistehende Plastik des Mittelalters nördlich der Alpen (Führung).