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200. Geburtstag von Theodor Fontane

06.06.2019

Louis Henri Fontane – Das Leben eines Dichtervaters


Abfahrt:
7.30 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.45 Uhr ab URANIA Potsdam
8.00 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig
Exkursionsleitung: Dr. Mathias Iven (Philosoph und Publizist)
Teilnehmerpreis: 73,00 €
Frühbucherpreis (bis 14.3.2019): 68,00 €
Leistungen: Programm, Eintritte, Mittagessen
Mindestteilnehmerzahl: 25 Personen
Ankunft: ca. 19.00 Uhr in Potsdam/Wannsee

 

Den Ursprung des Ortes Bad Freienwalde prägte die Adelsfamilie von Uchtenhagen. Sie erwarb das Lehen im 14. Jahrhundert. Der Aufstieg zum Kurort wurde von der Entdeckung einer Heilquelle im Jahre 1683 befördert. „Freienwalde – hübsches Wort für hübschen Ort“, so lautete das Urteil Theodor Fontanes.
Unscheinbar und klein ist das Fachwerkhaus, das Louis Henri Fontane (1796–1867), Theodor Fontanes Vater, im Jahre 1855 erwarb. Bis zu seinem Tod war das kleine Haus im Bad Freienwalder Ortsteil Schiffmühle sein Lebensmittelpunkt. Hier lebte er mit seiner Haushälterin, „die nach dem Satze lebte: ,Selig sind die Einfältigen‘“, wie Sohn Theodor spöttisch anmerkte. Sie konnte des Vaters „Bedürfnis nach Aussprache“ nicht erfüllen. „Glücklicherweise“, schrieb Theodor Fontane in „Meine Kinderjahre“, „hatte er sich schon vorher an Selbstgespräche gewöhnt. Er dachte laut; das war immer seine Aushilfe.“ Das gut 200 Jahre alte Fachwerkhaus ist heute eine Erinnerungsstätte und beherbergt eine ständige Ausstellung zum Thema „Fontane im Oderbruch“. Ergänzt wird diese Exposition von einem kleinen Apothekenmuseum (Besuch mit Führung).
Auf dem Friedhof des Ortsteils Neutornow hat der Vater seine letzte Ruhestätte gefunden. In einem Gedicht Fontanes heißt es über ihn:


„Und ein andrer Platz, dem verbunden ich bin:
Berglehnen, die Oder fließt dran hin,
Zieht vorüber in trägem Lauf,
Gelbe Mummeln schwimmen darauf.
Am Ufer Werft und Schilf und Rohr,
Und am Abhange schimmern Kreuze hervor,
Auf eines fällt heller Sonnenschein –
Da hat mein Vater seinen Stein.“


Das Schloss Freienwalde, eher eine klassizistische Villa als ein richtiges Schloss, ist ein Zeugnis preußischer Landbaukunst. Es wurde 1798/99 von David Gilly als Sommerwitwensitz für Königin Friederike Luise von Preußen erbaut. In dem über 11 ha großen Schlossgarten am Rande der Freienwalder Altstadt liegen neben dem Schloss selbst der restaurierte Theaterpavillon der Königin aus dem 18. Jahrhundert und das alte Kastellanshaus. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu einer weitverbreiteten Rückbesinnung auf die Wurzeln des bürgerlichen Geistes, der Aufklärung und des Klassizismus. Zu der kleinen Gruppe von Kunstfreunden und Intellektuellen, die aus der Großstadt Berlin in die märkische Umgebung fuhren, gehörte auch Walther Rathenau. Sein Interesse galt vor allem dem in Vergessenheit geratenen Schloss Freienwalde, das er im Jahre 1909 von der preußischen Hofkammer für 262.500 Mark erwarb und nach seinen Vorstellungen veränderte (Besuch mit Führung).