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24. bis 27. Mai 2019: 100 Jahre BAUHAUS Teil II: Jena, Weimar, Erfurt

24.05.2019

Abfahrt:
7.00 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.15 Uhr ab URANIA Potsdam
7.30 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig
Exkursionsleitung: Dr. Mathias Iven (Philosoph und Publizist)
Teilnehmerpreis: 535,00 €, EZZ: ca. 60,00 €
Frühbucherpreis (bis 1.2.2019): 495,00 €
Leistungen: 3 Ü/HP, DZ, Du/WC, Programm, Eintritte
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
Ankunft: ca. 21.00 Uhr in Potsdam/Wannsee


Im April 1919 nahm das Staatliche Bauhaus den Lehrbetrieb in Weimar auf. Walter Gropius berief als erster Direktor streitbare Künstler an seine Lehreinrichtung: Lyonel Feininger, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee, László Moholy-Nagy und andere folgten seinem Ruf in die Kleinstadt an der Ilm. In enger Auseinandersetzung und über die Grenzen der Malerei, Architektur, Fotografie, Bildhauerei, des Produktdesign und der Musik hinaus wollten die Bauhäusler Ideen und Formen finden, die Kunst und Leben vereinen. Doch das Bauhaus blieb ein Experiment, ein erster Schritt in eine ästhetisch unbekannte Zukunft. Schon 1925 musste es aus politischen Gründen Weimar in Richtung Dessau verlassen.


1. Tag: Jena
Als Walter Gropius 1919 in Weimar das Bauhaus gründete, fanden die Bauhauskünstler in Jena einen Ort zur Umsetzung und Darstellung ihrer Ideen. Der Jenaer Kunstverein galt als offenes Forum für die Moderne und so entwickelte sich eine enge Verbindung zwischen den Künstlern des Bauhauses sowie der Jenaer Universität und Industrie. Ein geführter Stadtrundgang spannt den Bogen von Henry van de Veldes Jugendstil bis zum Bauhaus mit den Gropius-Villen von Therese Zuckerkandl und Felix Auerbach.
Übernachtung im Raum Weimar (3x)


2. und 3. Tag: Weimar
An den zwei aufeinanderfolgenden Tagen wird die Geschichte des Bauhauses von den frühesten Anfängen bis zu seiner Verlegung nach Dessau erlebbar. Geführte Rundgänge führen zu den wichtigsten und eindrucksvollsten Stätten.
Der Belgier Henry van de Velde gestaltete zwischen 1904 und 1911 in drei Bauphasen zwei in ihrer Form und Funktion unterschiedliche Baukörper, das Hauptgebäude für die seit 1860 bestehende Großherzogliche Kunstschule, die 1910 in den Status einer Kunsthochschule erhoben wurde, und den niedrigeren Winkelbau, den sogenannten Van-de-Velde-Bau mit markantem, hufeisenförmigem Südgiebel, der die Räume der 1905 gegründeten Bildhauerschule und der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule beherbergte. 1919 vereinigte Gropius diese Einrichtungen zum Staatlichen Bauhaus Weimar, das zusammen mit anderen Bauhaus-Stätten in Weimar und Dessau seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört (Führung und Besichtigung).
Im Sommer 1906 erwarb van de Velde ein mit hohen Pappeln gesäumtes Grundstück an der Belvedere Allee und entwarf hierfür sein zweites eigenes Wohnhaus. Mit dem Haus Hohe Pappeln verwirklichte er ein Gesamtkunstwerk, das Architektur, Raumausstattung und bildende Kunst harmonisch zusammenband. Bis zur Emigration der Familie während des Ersten Weltkrieges gingen hier zahlreiche Künstlerkollegen ein und aus, unter ihnen Hugo von Hofmannsthal, Richard Dehmel, Pierre Bonnard oder Edvard Munch (Führung und Besichtigung).
Das Nietzsche-Archiv wurde Anfang 1894 von Elisabeth Förster-Nietzsche, der Schwester des Philosophen, in Naumburg gegründet und im September 1896 nach Weimar verlegt. 1897 bezog sie mit ihrem kranken Bruder die Villa »Silberblick«, wo Friedrich Nietzsche 1900 starb. 1902 wurde van de Velde von Elisabeth Förster-Nietzsche mit der Umgestaltung und Neueinrichtung der Erdgeschossräume beauftragt. Die Innenarchitektur und die Ausstattung des Nietzsche-Archivs gehören zu van de Veldes gelungensten Schöpfungen (Führung und Besichtigung).
Authentizität per se verspricht das Bauhaus-Museum, das seit 1995 provisorisch in einem als großherzogliche Wagenremise errichteten klassizistischen Bau untergebracht war. Das Haus bot weder Raum für die zeitgemäße Präsentation der zahlreichen Objekte noch genügte es den heutigen museologischen und restauratorischen Anforderungen. Im Jahr 2008 haben der Bund und das Land Thüringen die Klassik Stiftung Weimar mit dem Bau eines neuen Museums eauftragt. Anlässlich des Jubiläumsjahres 2019 wird das bauhaus museum weimar eröffnet. Man schaut auf das, was blieb, als Meister und Schüler im Frühjahr 1925 die Stadt verließen. Noch im selben Jahr wählte Walter Gropius gemeinsam mit dem Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar, Wilhelm Köhler, die rund 165 Werkstattarbeiten aus, die bis heute den Grundstock der mehr als 10.000 Objekte umfassenden Sammlung der Klassik Stiftung Weimar bilden. In ihrem Kern ist sie damit die älteste Bauhaus-Sammlung der Welt (Führung und Besichtigung).


4. Tag: Erfurt
In Erfurt wurden mit dem Umbau verschiedener Geschäftshäuser in der Innenstadt unübersehbare Zeichen für das Neue Bauen gesetzt, die im Stadtbild noch heute markante Akzente bilden. Die in Erfurt geborene Künstlerin Margaretha Reichardt (1907–1984) studierte von 1926 bis 1931 am Bauhaus in Dessau. Ihr 1939 im Ortsteil Erfurt-Bischleben errichtetes Wohnhaus wurde nach Vorentwürfen des Bauhäuslers Konrad Püschel gebaut. Seit 1933 betrieb sie darin
eine Handwebereiwerkstatt, die sich den Besuchern bis heute im ursprünglichen Zustand präsentiert (Stadtrundgang mit Besichtigung).