Jenseits der Oder, Teil II: Lagow, Kloster Paradies und Schloss Gleißen

23.06.2020

Abfahrt:
7.00 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.15 Uhr ab URANIA Potsdam
7.30 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig
Exkursionsleitung: Dr. Dieter Rauchfuß (Historiker)
Teilnehmerpreis: 98,00 €
Frühbucherpreis (bis 31.3.2020): 92,00 €
Leistungen: Programm, Eintritte, Mittagessen, 2. Fahrer
Mindestteilnehmerzahl: 25 Personen
Ankunft: ca. 19.30 Uhr in Potsdam/Wannsee

 

Auch in der südlichen Neumark und im Sternberger Land finden wir Wirkungsstätten kirchlicher Orden: Johanniter und Zisterzienser ließen sich in Lagow und nahe Meseritz im Grenzland zwischen brandenburgischen Markgrafen und polnischen Fürsten nieder. Bedeutende Adelsfamilien hinterließen ein kulturelles Erbe, so z. B. das Schloss Gleißen.

 

Programmpunkte:
• Lagow/Łagów
Unweit Sternberg/Torzym liegen auf einer Halbinsel, umgeben von zwei Seen, Stadt und Burg Lagow, heute ein schöner Erholungsort mit reicher Vergangenheit. Die Askanier wollten mit ihren Burgen in Zielenzig/Sulęcin, Königswalde/Lubniewicze und Lagow/Łagów ihre Territorien nach Osten sichern. Ihre Nachfolger, die Wittelsbacher, übergaben 1347 den Johannitern die Wehrburg, die den kleinen Ort dominiert. Ein Spaziergang um die Burg und die städtischen Befestigungen sowie ein Blick in den Innenhof und den gotischen Saal vermitteln einen großartigen Eindruck. Nach der Auflösung des Johanniterordens (1810) gelangte die Burg, in der heute ein Hotel untergebracht ist, in den Besitz von Adelsfamilien.
• Kloster Paradies/Klasztor Paradyż
Der Posener Graf Dionysius Bronisius stiftete 1230 unweit der Stadt Meseritz/Międzyrzecz das Kloster – die erste Tochtergründung der Lehniner Zisterziensermönche. Zwischen Brandenburg und Polen gelegen konnte sich das Kloster nicht immer Nationalitätenkonflikten entziehen. So wurde es 1617 verpflichtet, abwechselnd einen deutschen und polnischen Abt zu wählen, obwohl es aber zur polnischen Zisterzienserprovinz gehörte. Nach der Ersten Teilung Polen-Litauens (1772) beschlagnahmte Preußen einen Teil der Landgüter, 1834 wurde das Kloster geschlossen. Heute beherbergt es den Sitz des Priesterseminars der polnischen Diözese Grünberg/Zielona Góra – Landsberg/Gorzów und die auswärtige Sektion der Theologischen Fakultät der Universität Stettin/Szczecin. Das Innere der Kirche mit dem restaurierten Altar spiegelt den schlesischen Barock (Kirchenführung).
• Gleißen/Glisno
Das Schloss in Gleißen ist ein Kuriosum. Es ist „die getreueste Kopie des Schlosses Sanssouci und eine Kirche, die von dem königlich-preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel entworfen wurde“ (Paweł Rutkowski). Das Schloss sah viele Adelsfamilien (u. a. von der Marwitz, von Waldow, von Poser) – einer der prägendsten Besitzer war indes der jüdische Bankier  Israel Moses Henoch aus Berlin, der es 1818 erwarb. Henoch nutzte die Entdeckung von Heilquellen in der Nähe und schuf aus Schloss und Parkanlage eine Kureinrichtung. Für die Dorfbevölkerung ließ er im Ort eine christliche Kirche erbauen (Besichtigung der Anlage).

 
Kloster Paradies, Quelle: Wikipedia
Kloster Paradies, Quelle: Wikipedia