Jenseits der Oder, Teil I: Templer und Johanniter in Sonnenburg und Quartschen

07.04.2020

Abfahrt:
7.00 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.15 Uhr ab URANIA Potsdam
7.30 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig
Exkursionsleitung: Dr. Dieter Rauchfuß (Historiker)
Teilnehmerpreis: 76,00 €
Frühbucherpreis (bis 14.1.2020): 73,00 €
Leistungen: Programm, Eintritte, Mittagessen
Mindestteilnehmerzahl: 25 Personen
Ankunft: ca. 19.00 Uhr in Potsdam/Wannsee

 


In der Neumark und im Land Lebus spiegelt sich noch heute der Beitrag von Templern und Johannitern zur brandenburgischen Geschichte wider. Erst 1455 wurde die Neumark vom damaligen Markgrafen Friedrich II. vom Deutschen Orden zurückerworben und entwickelte sich nach der Landesteilung von 1536 unter Hans von Küstrin (1513–1571) zu einer eigenständigen Provinz. Gleich mehrere Tagesfahrten widmen sich im Jahr 2020 den heute etwas in Vergessenheit geratenen Landschaften jenseits der Oder.


Programmpunkte:
• Sonnenburg/Słońsk
In Sonnenburg begegnen wir den Johannitern. Der einstige Sitz des Herrenmeisters der Ballei Brandenburg (1460–1811, 1853–1945) zeigt sich nach dem Brand von 1975 leider nur noch als (imposante) Ruine im Stil des holländischen Barocks. Für die Johanniter, deren Herrenmeister seit dem Ende des 17. Jahrhunderts immer ein Hohenzollernprinz war, war Sonnenburg nicht nur der Verwaltungssitz für ihre Landbesitzungen in der Neumark, sondern auch der Ort, an dem Adelige zu Johanniterrittern geschlagen wurden. Die neuen Ritter brachten ihre Wappenschilde im Schloss oder in der (restaurierten) Kirche an, wo wir sie besichtigen.
• Quartschen/Chwarszany
Die Kirche von Quartschen ist neben der Komturei in Lietzen eines der wenigen Überbleibsel der kurzen Herrschaftszeit der Templer, die ab ca. 1230 die Oder überschritten hatten. Vom „domus“ in Quartschen verwalteten die Templer ihren Landbesitz in der Neumark. Als der Papst 1311 den Orden verbot, wurden die Templer verfolgt und ihr Besitz beschlagnahmt, der den Johannitern zugeschlagen wurde. Das zur Kirche gehörende Konventgebäude und das „Hohe Haus“ mit seinem Saal wurden in der Schlacht von Zorndorf 1758 schwer beschädigt und in der Folge abgerissen (Besichtigung, Mittagessen).

• Küstrin/Kostrzyn nad Odrą
Auf dem Rückweg besichtigen wir Festung und Altstadt Küstrin. Wer durch das Berliner Tor tritt, um zum ehemaligen markgräflichen Schloss zu gelangen, wird von der einstigen Hauptstadt der Neumark nur mehr eine durch wilde Vegetation bedeckte Trümmerlandschaft vorfinden. Der restaurierte Sockel des berühmten Markgrafen Hans von Küstrin steht vor Schloss und Pfarrkirche – aber die Statue fehlt. Von den Resten der Bastion aus schauen wir auf die Oder und die Stelle, wo (vermeintlich) Kronprinz Friedrich der Hinrichtung von Leutnant Katte zusehen musste.

 
Festung Küstrin, Foto: Marcin Szala
Festung Küstrin, Foto: Marcin Szala