6. bis 10. Oktober 2019: Tessin, Schwyz und Graubünden

06.10.2019

Drei geschichtsträchtige Schweizer Kantone

 

 

Abfahrt:
6.00 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
6.15 Uhr ab URANIA Potsdam
6.30 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig
Exkursionsleitung: Dr. Mathias Iven (Philosoph und Publizist)
Teilnehmerpreis: 670,00 €, EZZ: ca. 80,00 €
Frühbucherpreis (bis 16.6.2019): 645,00 €
Leistungen: 4 Ü/HP, DZ, Du/WC, Programm, Eintritte
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
Ankunft: ca. 21.00 Uhr in Potsdam/Wannsee

 

1. Tag: Anreise über Ulm
Die ehemalige Reichsstadt Ulm bietet eine Vielzahl historischer Sehenswürdigkeiten. Allen voran das berühmte gotische Münster, mit dem höchsten Kirchturm der Welt: 161,53 m hoch. Nur ein paar Schritte davon entfernt befindet sich das historische Rathaus mit seiner üppigen Fassadenbemalung. Idyllisch an der Mündung der Blau in die Donau gelegen, ist das Fischer- und Gerberviertel Ulms bedeutendstes Altstadtensemble (geführter Stadtrundgang mit Besichtigung des Ulmer Münsters).
Übernachtung im Raum Feldkirch (Österreich) (4x)


2. Tag: Sils Maria und Davos
Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts besiedelten die ersten Walser das Davoser Hochtal. Damit begann die spannende und wechselvolle Geschichte der höchstgelegenen Stadt Europas. Aus den weit verstreuten Blick auf den Silsersee und Maloja-Pass, Foto: Zacharie Grossen Bauernhöfen entwickelte sich ein Ort, der sich immer wieder neu erfinden musste: vom Kur- zum Sportzentrum und zu einem international angesehenen Forschungs- und Kongressort. Die zahlreichen Besucher – darunter bekannte Größen wie Ernst Ludwig Kirchner oder Arthur Conan Doyle – prägten und prägen das kulturelle Leben der am „Zauberberg“ gelegenen Gemeinde Davos.
Sieben Sommer hindurch hat Friedrich Nietzsche in Sils Maria ein bescheidenes Zimmer bewohnt. In dem trockenen, sonnenreichen Klima der Hochebene fand der wetterfühlige Denker Bedingungen vor, von denen er sich Linderung für seine migräneartigen, oft mit Erbrechen einhergehenden Kopfschmerzen erhoffte. Ein strenger Tagesplan regelte nicht nur Arbeits- und Essenszeiten, sondern sah auch ausgedehnte Spaziergänge in der Umgebung vor. Schon der erste Aufenthalt im Jahre 1881 beschenkte ihn mit dem „Gedanken der ewigen Wiederkunft“, der Grundkonzeption zu seinem Hauptwerk „Also sprach Zarathustra“.
Programmpunkte:
• Davos, mehr als nur ein Luftkurort (geführter Rundgang)
• das Nietzsche-Hauses in Sils (kleine Wanderung, ca. 5 km)


3. Tag: Das Tessin – Hermann Hesses zweite Heimat
Als Hesse im Jahre 1919 nach Montagnola kam, fand er „ein Dörfchen, zwar kein ärmliches und geducktes wie manches andere in der Gegend, aber doch ein bescheidenes, kleines und stilles, in dem es ein paar herrschaftliche Häuser aus älterer Zeit und zwei, drei neuere Landhäuser gab, das aber einen vorwiegend bäuerlichen Anblick bot“. Er war 42 Jahre alt, noch einmal so lange sollte er in diesem Ort leben und seine bedeutendsten Werke schreiben, so „Klingsors letzter Sommer“ oder „Das Glasperlenspiel“.
Inspiriert war das, was auf dem Monte Verità geschah, vor allem von den Schriften Tolstois und Nietzsches. Um die Wende zum 20. Jahrhundert stellten sie die Frage: Wie soll ich leben, damit die Welt ein guter, ein besserer Ort wird? Auf der Suche nach einer neuen, selbstbestimmten Lebensform wurde der am Ufer des Lago Maggiore gelegene „Berg der Wahrheit“ für Henri Oedenkoven, Karl und Gusto Gräser, Ida und Jenny Hofmann, Lotte Hattemer und viele andere zum Sinnbild einer Erneuerung, die eine grenzenlose Weiterentwicklung des Selbst versprach. – Doch schlussendlich scheiterte das Projekt.
Programmpunkte:
• Montagnola – Hesses Wahlheimat (Rundgang und Besuch des Hermann-Hesse-Museums)
• der Monte Verità: Künstlerkolonie und Wiege der Alternativbewegungen (Führung)


4. Tag: Wilhelm Tell – Geschichte am Vierwaldstättersee
Erstmals taucht der legendäre Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell im Weißen Buch von Sarnen auf. Dort wird seine auf das Jahr 1307 datierte Tat zwar mit dem Rütlischwur in Verbindung gebracht, die Initiative im Freiheitskampf wird aber vornehmlich der Gestalt des Werner Stauffacher zugeschrieben. Diese Version erscheint auch in der 1507 gedruckten Etterlin-Chronik. Erst Aegidius Tschudi verwob beide Traditionsstränge zu einer Gesamtsage, die im Lauf der Jahrhunderte mancherlei Zusätze bekam und zum Stoff für Schriftsteller von Friedrich Schiller bis Max Frisch wurde.
Programmpunkte:
• die Gründungsurkunde der Schweiz  (Besuch im Bundesbriefmuseum in Schwyz)
• die Rütli-Wiese – Ort des Geschehens (Besichtigung)
• die Schatz- und Wunderkammer eines Helden (Besuch des Tell-Museums in Bürglen)


5. Tag: Rückfahrt über Meßkirch
„Willkommen im badischen Geniewinkel“ – so kann man es auf den Ortseingangsschildern und im Prospektmaterial der Stadt Meßkirch lesen. Ohne Zweifel gab es in der Geschichte des kleinen Städtchens eine ganze Reihe von Personen, die Ungewöhnliches geschaffen haben. Meßkirchs bekanntester Sohn ist aber sicherlich der Philosoph Martin Heidegger (geführter Stadtrundgang mit Besuch des Heidegger-Museums).

 
Blick auf den Silsersee und Maloja-Pass, Foto: Zacharie Grossen
Blick auf den Silsersee und Maloja-Pass, Foto: Zacharie Grossen

 

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