Erlesenes neu gelesen

Sie möchten sich über Klassiker der Literatur mit anderen Menschen austauschen? Dann ist der Kurs „Erlesenes neu gelesen" genau das Richtige für Sie. Lesen braucht Zeit. Das Nachdenken über das Gelesene ebenso. Um sich über das Gelesene auszutauschen braucht es Gleichgesinnte. In der Reihe „Erlesenes – neu gelesen“ ist es möglich, sich mit Literaturfreunden zu treffen und über Meisterwerke der Literatur zu diskutieren.
Ob Erzählung oder Roman – seit September 2017 geht es einmal im Monat um Texte, die bereits zum Klassiker geworden sind, die es werden könnten oder die einfach nur lesenswert sind.
In dieser Veranstaltungsreihe liest und diskutiert der Philosoph, Publizist und Autor Dr. Mathias Iven mit Ihnen über Romane, Sachbücher, Biographien … Dabei beschränkt er sich nicht allein auf Inhalte, auch über die Autoren und die Entstehungshintergründe der Texte können die Kursteilnehmer vieles erfahren.
Dozent: Dr. Mathias Iven
Zeit: letzter Fr, monatlich, 10.00 – 12.30 Uhr | 10 Termine à 90 min: 80,00 € | Einzeltermin: 9,00 €
Anmeldung: 0331 / 29 17 41 oder
Termine:
Freitag, 19. Dezember 2025, 10.00 Uhr-12.30 Uhr
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Adalbert Stifter: Bergkristall
„Jenseits wollten sie wieder hinabklettern. Aber es gab kein Jenseits.“ – Am Weihnachtstag werden zwei Kinder auf dem Rückweg von ihren Großeltern im Hochgebirge von plötzlichem Schneefall überrascht und verirren sich im Eislabyrinth eines Gletschers. Die Bewohner zweier verfeindeter Dörfer brechen zu ihrer Rettung auf. Eine Geschichte über Geburt und Tod, Streit und Versöhnung und die gefährliche Schönheit der Natur.
Freitag, 30. Januar 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Ray Bradbury: Fahrenheit 451
Lesen ist geächtet, Wissen nicht erwünscht, auf Buchbesitz steht Strafe, und die Menschen werden mit Entertainment und Dauerberieselung kleingehalten. Guy Montag, der an den staatlich angeordneten Bücherverbrennungen beteiligt ist, beginnt sich nach einem traumatischen Einsatz zu widersetzen und riskiert dabei sein Leben. – Es ist eine Horrorversion des digitalen Zeitalters, die Ray Bradbury (1920–2012) vor mehr als siebzig Jahren vorausgesehen hat.
Freitag, 27. Februar 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Prosper Mérimée: Carmen
Die Begegnung der stolzen und leidenschaftlichen Carmen mit Don José, der ihr rettungslos verfällt und sie schließlich tötet – das ist einer der bekanntesten Stoffe der Weltliteratur und zugleich Vorlage für die erfolgreichste Oper aller Zeiten, „Carmen“ von Georges Bizet.
Die Erzählung von Prosper Mérimée (1803–1870) ist auch für den, der die Geschichte zu kennen glaubt, eine Entdeckung. Die widersprüchliche Figur der Carmen, ihre unbändige Freiheitsliebe, ihre Unerschrockenheit und ihr respektloser Witz faszinieren immer wieder aufs Neue.
Freitag, 27. März 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug
Heinrich von Kleists (1777–1811) Lustspiel um den Dorfrichter Adam ist ein Meilenstein der deutschen Theatergeschichte. Es revolutionierte mit seiner innovativen Struktur, den schnellen Dialogen und seinem geistreichen Witz die Komödie des frühen 19. Jahrhunderts. Kleist verbindet darin auf einzigartige Weise tragische Themen wie Machtmissbrauch und Vertrauensbruch mit Sprachwitz und volkstümlichem Humor. Die Uraufführung fand 1808 in Weimar unter der Leitung von Goethe statt. Sie war zwar ein Misserfolg; doch ab 1820 eroberte „Der zerbrochne Krug“ die Theaterbühnen im Sturm.
Freitag, 29. Mai 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Gustave Flaubert: Madame Bovary
Als Emma den Landarzt Charles Bovary heiratet, träumt sie von Liebe, Luxus und Leidenschaft, von einem Leben, wie sie es aus ihren Romanen kennt. Doch der Alltag in der Provinz ist ganz anders als erhofft. In ihrem Bestreben, ihre Sehnsüchte zu erfüllen, lässt sie sich verführen und setzt damit eine verheerende Spirale aus Betrug und Verzweiflung in Gang.
Gustave Flaubert (1821–1880) brachte sein Roman eine Anklage wegen Verstoßes gegen die öffentliche Moral ein. Das Gericht sprach den Autor zwar frei, rügte aber insbesondere den schockierenden Realismus.
Freitag, 26. Juni 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Françoise Sagan: Bonjour tristesse
Françoise Sagan war erst 19, als sie 1954 mit „Bonjour tristesse“ die Welt eroberte. Mit großer Treffsicherheit beschreibt sie in ihrem Roman die Befindlichkeiten der jugendlichen Hauptfigur: Cécile ist ein launischer Teenager, scharfsinnig, egoistisch, manipulativ – und dazu verdammt, den Sommer mit ihrem eitlen Vater und seiner jungen, etwas einfältigen Geliebten Elsa in einem Haus an der Côte d’Azur zu verbringen. Zunächst jedoch gelingt es Cécile, die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen – doch plötzlich taucht Anne auf, eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter ...
Freitag, 28. August 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Erich Maria Remarque: Arc de Triomphe
„Arc de Triomphe“ war Erich Maria Remarques (1898–1970) zweiter Welterfolg nach „Im Westen nichts Neues“. Mit großer Leidenschaft erzählt Remarque die Geschichte des Arztes Ravic, der nach Paris emigriert und hier den Vorabend des Zweiten Weltkrieges erlebt. Aus Liebe zu zwei Frauen und dem Hass auf einen Gestapo-Agenten entwickelt sich das Drama eines Exilschicksals, in dessen Realität sich der Aufstand gegen den Terror einer ganzen Epoche spiegelt.
Freitag, 25. September 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche
Kriminalgeschichte und Milieustudie: Im Mittelpunkt der Novelle steht die Lebensgeschichte des aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Außenseiters Friedrich Mergel, dem es nicht gelingt, in der von Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) sorgfältig porträtierten westfälischen Dorfgesellschaft mit ihren sozialen und regionalen Eigenheiten einen angemessenen Platz zu finden, und der darüber zum Mörder wird.
Freitag, 30. Oktober 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen
Doris, das kunstseidene Mädchen, ist Sekretärin bei einem zudringlichen Rechtsanwalt. Sie will nicht mehr tagein, tagaus Briefe tippen, sondern die große Welt erobern. Die große Welt, das ist für die Achtzehnjährige Berlin. Dort stürzt sie sich in das Leben der Tanzhallen, Bars und Literatencafés – und bleibt doch allein.
Der 1932 erschienene literarische Klassiker machte Irmgard Keun (1905–1982) zum Literaturstar und zu einer der wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts.
Freitag, 27. November 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel (I)
In seinem letzten großen Werk zeigte der Nobelpreisträger Hermann Hesse (1877–1962) wie der junge Josef Knecht im utopischen Land Kastalien zum ehrwürdigen Glasperlenspielmeister aufsteigt, immer wieder zweifelt und strauchelt und letztlich das Amt aufgibt, um sein Heil in der Welt jenseits des Ordens zu finden.
Ein Roman, so vieldeutig wie das Glasperlenspiel selbst und zugleich die Quintessenz von Hesses Gesamtwerk.
Freitag, 18. Dezember 2026 – 10 Uhr, Haus der Urania
Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur
Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel (II)
Mit einer zweiten Veranstaltung zu Hermann Hesses „Glasperlenspiel“ endet der Kurs „Erlesenes – neu gelesen. Gespräche über Meisterwerke der Literatur“. In mehr als 10 Jahren haben Literaturbegeisterte über 100 Bücher diskutiert und sich so ihren eigenen Kanon geschaffen.