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5.-6. Juni 2018: Die Schätze der Heideklöster

05.06.2018

Abfahrt: 7.30 Uhr ab S-Bhf. Wannsee, Taxistand
7.45 Uhr ab URANIA Potsdam
8.00 Uhr ab Potsdam Hbf., Fernbussteig

Exkursionsleitung: Dr. Dieter Rauchfuß (Historiker)

Teilnehmerpreis: 295,00 Euro, EZZ: ca. 20,00 Euro
Leistungen: 1 Ü/HP, DZ, Du/WC, Programm, Eintritte, Führungen
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen
Ankunft: ca. 19.30 Uhr in Potsdam/Wannsee

 

Im Zuge der Reformation wurden im Fürstentum Lüneburg viele
Klosterkonvente aufgelöst, die Frauenklöster in Lüne, Ebstorf, Isenhagen, Wienhausen, Medingen und Walsrode in der Form adeliger Damenstifte für die Töchter des lüneburgischen Adels aber als evangelische Damenstifte fortgeführt.


1. Tag: Auf dem Weg zum Kloster Wienhausen
Zur Einstimmung wird die Anlage des eher unbekannten Zisterzienserklosters Mariental bei Helmstedt besucht. Die nahe Celle gelegene und fast komplett erhaltene Klosteranlage Wienhausen gibt mit ihren weltweit bekannten gotischen Bild-Teppichen und restaurierten Klosterzellen einen Einblick in die klösterliche Lebenswelt des Mittelalters.

 

Geführt als evangelisch-lutherisches Damenstift

Gegründet um 1230 als Zisterzienserinnenkloster von Agnes von Landsberg, einer Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, wird das Stift heute als evangelisch-lutherisches Damenstift geführt und ist allein der Klosterkammer Hannover verantwortlich. Der Nonnenchor, der Westflügel der Klausur und die Allerheiligenkappelle sind bedeutende Beispiele der norddeutschen Barockgotik. Die Teppiche sind heute allgemein zugänglich (Führung).
Übernachtung im Raum Celle (1x)

2. Tag: Von Kloster Ebstorf bis Kloster Lüne
Die Anlage in Ebstorf ist zwar erst 1197 offiziell beurkundet, doch
hat Volrad von Bodwede bereits 1150 dem Bischof von Verden die
Ebstorfer Mühle geschenkt, um damit ein Kloster zu finanzieren. Ursprünglich eine Einrichtung des Prämonstratenserordens, wurde das Kloster schon bald von Benediktinerinnen aus Walsrode übernommen. Als größten Schatz beherbergt es die weltberühmte, 1239 in Ebstorf konzipierte  Weltkarte“, die eigentlich eine Geschichtskarte ist. Die mit moderner Technik präsentierte Karte zeigt die Erde samt ihrer Geschichte sowie das wahre Abbild des Antlitzes Christi. So gewährte Papst Johannes XXII. im Jahr 1329 allen Betrachtern des Originals und aller Kopien der Christus-Ikone in Rom einen Ablass von 10.000 Tagen im Fegefeuer. Seit 1565 ist das Kloster Ebstorf ein Damenstift, deren Konventualinnen auch für Führungen bereitstehen.

 

Kloster Lüne

Nach einem Zwischenstopp im schönen Lüneburg geht es zum Kloster Lüne. Eine Führung durch die fast vollständig erhaltene Anlage mündet in eine Besichtigung des Klostermuseums für textile Kunstschätze. Kloster Lüne verzeichnete anfangs eine steinerne Kapelle, doch fromme Frauen erbaten vom Bischof von Verden die Gründung einer Klostergemeinschaft. Diese lebte seit 1272 nach den Regeln des heiligen Benedikts.

 

Fast 50 Jahre währender Widerstand gegen die Reformation

Lüne war ein reiches Kloster und hatte Anteile an der Lüneburger Saline. Obwohl bereits 1528 die erste Predigt mit reformatorischem Inhalt auf Betreiben des braunschweigisch-lüneburgischen Herzogs Ernst („der Bekenner“) zu verzeichnen war, gab es hinhaltenden, fast 50 Jahre währenden Widerstand gegen die Reformation,
bis 1565 alle Heideklöster den evangelischen Glauben annahmen. Im Zuge der Umwandlung in ein noch heute existierendes Damenstift zur Aufnahme unverheirateter Töchter des landsässigen Adels und der Ritterschaft bemächtigte sich der Celler Herzog der Propsteigüter.