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Die Kellertorwache und der Potsdamer Stadtkanal - Geschichte und Gegenwart

01.09.2017

Potsdam. Am Montag, den 11. September um 15.00 Uhr  veranstaltet die URANIA Potsdam eine stadtgeschichtliche  Führung zur Kellertorwache und dem Teil des Stadtkanals  zwischen der Heilig-Geist-Straße und der Berliner Brücke.  Treffpunkt ist das Kellertorhaus Am Kanal 74 (Ecke Große  Fischerstraße). Der Historiker und Mitbegründer des Bauvereins  „Potsdamer Stadtkanal 1722“ Willo Göpel hat zusammen mit seiner Frau Isabel Geigen-berger das Kellertor maßstabs- und profilgetreu wiedererrichtet und leitet die Führung.

 

„Tore“, sagt Willo Göpel, „gab es damals mehrere. Im Barock hatte Potsdam 10 Stadttore, von denen heute vier vollständig und  weitere zwei in Fragmenten im Stadtbild sichtbar sind.“ Schon mal was vom Alten Wassertor an der Mündung des Stadtkanals gehört? „Das befand sich gegenüber den Planitzinseln. Das Neue  Wassertor gab es am Bassinplatz an der heutigen Hebbelstraße. Und den Wasserlauf, der das Bassin mit dem Heiligen See  verband, querte die Paddenbrücke“, erzählt der Historiker.

 

In der Kellertorwache residierten ein königlicher Steuerbeamter und zwei Grenadiere als Militärwache. Sie erhoben eine Art Mehrwertsteuer auf zu Wasser eingeführte Waren, da innerhalb der Stadt höhere Preise als auf den Landmärkten zu erzielen waren. Fischer konnten ihren Fang also nicht in die Stadt bringen, ohne vorher Steuern gezahlt zu haben. Im Mai 1945, am Ende des 2. Weltkrieges wurde sie durch eine russische Granate zerstört. Zurück blieb eine Ruine, deren verbliebener Portikus um 1960 beseitigt wurde. Die DDR-Stadtplaner schlugen erst einen Wiederaufbau vor. Dann plante der Magistrat jedoch die  Havelquerung für Autos an dieser Stelle, was zum Abbruch führte.

 

Die Führung bietet einen Einblick in Geschichte und Gegenwart des Kellertors und des Stadtkanals sowie in die Planungen zur weiteren Wiederherstellung der alten Potsdamer Gracht. „Das nächste Ziel für mich ist das schrittweise Wiederherstellen des Stadtkanals von der Heilig-Geist-Straße bis zur Berliner Brücke“, so Göpel.

Die Karten für die Führung mit Willo Göpel kosten 10,00 Euro, ermäßigt 8 Euro. Um eine Anmeldung wird gebeten.

 

Über den URANIA Potsdam e.V.
In der Tradition Wilhelm Foersters will der URANIA e. V. Potsdam naturwissenschaftliche Zusammenhänge und neue Erkenntnisse in der Wissenschaft sowie kulturelle Werte einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Im Jahre 1888 hat Wilhelm Foerster zusammen mit Werner von Siemens und Max Wilhelm Meyer in Berlin die URANIA gegründet. Der Name ist der griechischen Mythologie entlehnt: Urania ist die Muse der Himmelskunde. In Potsdam gab es seit 1954 die URANIA als „Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse“. Nach dem politischen Umbruch 1989 wurde die URANIA als Verein am 6. März 1991 neu gegründet. Aktuelle Programme zu Vorträgen, Führungen und Kursen sowie Veranstaltungen und Exkursionen sind im Internet unter www.urania-potsdam.de abrufbar.